Luzern
Allgemeines

Ein Wochenende in Luzern: 48 Stunden zwischen Stadt und See

In manchen Städten braucht man mehrere Tage, bis man sich zurechtfindet. Luzern gehört eher zu den Städten, in denen man morgens seinen Rucksack abstellen kann und am späten Nachmittag bereits einen guten Überblick über die Stadt hat. Der Bahnhof liegt fast direkt am See, die Altstadt lässt sich zu Fuß erkunden und die wichtigsten Stadtteile liegen nah genug beieinander, sodass man sein Wochenende nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen muss.

Für zwei Tage braucht man also kein vollgepacktes Programm. Luzern eignet sich besser für einen Aufenthalt, bei dem man zwischen alten Gassen, einem Spaziergang am Seeufer, einigen Besichtigungen und – wenn das Wetter mitspielt – einem Ausflug in die Berge wechselt.

Die Anreise mit dem Zug verändert die Reise sofort

Für einen Kurzurlaub in der Schweiz ist ein Auto hier nicht unbedingt notwendig. Der Bahnhof Luzern liegt direkt am Vierwaldstättersee und nur wenige Gehminuten vom historischen Zentrum entfernt. Man steigt aus dem Zug und die Reise kann fast sofort beginnen.

Das ist besonders praktisch, wenn man nur zwei Tage Zeit hat. Man muss weder nach einem Parkplatz suchen noch regelmäßig zum Hotel zurückfahren, um das Auto abzuholen.

Der öffentliche Nahverkehr lohnt sich vor allem, wenn man vorhat, das Stadtzentrum zu verlassen. Die SBB bietet beispielsweise verschiedene Fahrkarten an, mit denen man Zug, Bus, Schiff und bestimmte Bergbahnen in der Zentralschweiz kombinieren kann. Der Der Luzern Travel Pass, präsentiert von der SBB gilt für Aufenthalte von mindestens drei Tagen. Bei einem reinen Wochenendaufenthalt ist es daher besser, den Preis mit den Kosten der tatsächlich geplanten Fahrten zu vergleichen.

Diese Überprüfung dauert nur wenige Minuten und verhindert, dass man automatisch einen Pass kauft, der sich nicht lohnen würde.

Erster Morgen: Beginnen Sie mit der Altstadt

Die Altstadt ist überschaubar genug, um sie auch ohne genaue Route zu erkunden.

Vom Bahnhof aus gelangt man schnell zur Reuss und zur Kapellbrücke, der überdachten Brücke, die wohl das bekannteste Wahrzeichen von Luzern ist. Zu bestimmten Zeiten ist es in dieser Gegend sehr belebt. Man muss sich jedoch nur ein paar Straßen weiter entfernen, um wieder eine ruhigere Atmosphäre vorzufinden.

Die richtige Herangehensweise besteht gerade darin, nicht einfach nur eine Liste von Sehenswürdigkeiten abhaken zu wollen.

Man kann die Uferpromenaden entlangschlendern, in die kleinen Gassen rund um die historischen Plätze einbiegen, die bemalten Fassaden betrachten und dann das andere Ufer betreten. Luzern lässt sich gut zu Fuß erkunden, da die Entfernungen überschaubar sind und sich das Stadtbild schnell verändert.

Schon wenige hundert Meter reichen aus, um von einer Einkaufsstraße zu einem Kai und dann weiter in ein Wohnviertel zu gelangen.

Von der Musegg aus die Aussicht genießen

Wenn man von der Altstadt aus weiter in Richtung Norden geht, gelangt man zur Museggmauer.

Diese mittelalterliche Stadtmauer mit ihren neun Türmen ist Teil der ehemaligen Stadtbefestigung von Luzern. An einigen Stellen kann man einen Blick über die Dächer werfen und so die Lage der Stadt besser nachvollziehen. Die Offizielle Website von Luzern Tourismus beschreibt die Geschichte der Mauer und ihrer Türme.

Der Spaziergang lohnt sich sowohl wegen der Aussicht als auch wegen des Denkmals selbst.

Von diesem Stadtteil aus kommt der See hinter den Gebäuden zum Vorschein, während die Berglandschaft sofort daran erinnert, dass Luzern an der Schnittstelle zwischen städtischem Raum und alpiner Landschaft liegt.

Es ist auch ein guter Ort, um ein wenig zu entschleunigen. Nach zwei oder drei Stunden Spaziergang durch die Innenstadt kann ein Wochenende schnell zu einem Wettlauf gegen die Zeit werden, wenn man einen Besuch nach dem anderen aneinanderreiht.

Wochenende in Luzern

Der Nachmittag gehört dem See

Der Vierwaldstättersee ist nicht nur eine Kulisse vor der Stadt. Er prägt einen Großteil des Aufenthalts.

Die Uferpromenaden laden bereits zu einem ausgedehnten Spaziergang ein, ohne dass man dafür etwas ausgeben muss. Bei klarem Wetter kann man von mehreren Stellen am Ufer aus die Berge sehen. Die Schiffe bieten eine weitere Möglichkeit, wenn man Luzern vom Wasser aus betrachten und einen Teil des Nachmittags eher der Landschaft als den Sehenswürdigkeiten widmen möchte.

Für zwei Tage muss man nicht unbedingt eine lange Kreuzfahrt unternehmen. Schon ein relativ kurzer Ausflug reicht aus, um die Perspektive völlig zu verändern.

Zurück am Ufer kann man den Tag eher im Stadtzentrum ausklingen lassen als bei einer neuen Sehenswürdigkeit. Das ist einer der Vorteile kleiner Städte: Man kann mehrmals durch dieselben Straßen schlendern, ohne das Gefühl zu haben, Zeit zu verschwenden.

Am Abend sehen die Kais übrigens ganz anders aus als noch vor ein paar Stunden, als Gruppen und Ausflügler den Raum noch stärker belegten.

Zweiter Tag: Stadt oder Berge, je nach Wetterlage

Das Programm für den Sonntag sollte flexibel bleiben.

Bei klarem Himmel wäre es fast schade, den ganzen Tag in der Innenstadt zu verbringen. Luzern ist ein guter Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge in die Zentralschweiz, insbesondere in Richtung Rigi oder Pilatus.

Andererseits macht es wenig Sinn, einen Ausflug in die Berge bei tief hängenden Wolken zu organisieren, nur weil er auf dem Programm stand. Diese Ausflüge verdanken einen Großteil ihres Reizes den Landschaften.

Es ist daher besser, sich die Bedingungen erst am selben Morgen anzusehen.

An einem weniger schönen Tag kann man den Tag durchaus mit Museumsbesuchen, einem Ausflug in die Viertel außerhalb der Altstadt oder einem längeren Spaziergang am See verbringen.

Genau das macht Luzern auch für einen Wochenendausflug so interessant: Es gibt einen Plan B, ohne dass man das Reiseziel komplett wechseln muss.

Ein paar Stunden lang den touristischsten Straßen entfliehen

Bei einem kurzen Aufenthalt neigt man oft dazu, sich auf die bekanntesten Sehenswürdigkeiten zu beschränken. Dabei wird eine Stadt in der Regel erst dann richtig interessant, wenn man sich ein wenig davon entfernt.

Das Viertel Hirschmatt-Neustadt beispielsweise liegt auf der dem Bahnhof gegenüberliegenden Seite eines Teils der Altstadt. Das Viertel vereint Geschäfte, Restaurants, Bars und kulturelle Einrichtungen in einer eher alltäglichen Atmosphäre.

Luzern Tourismus bietet übrigens in seiner offiziellen Stadtführer-App einen Rundgang an, der diesem Stadtteil gewidmet ist.

Man muss nicht unbedingt die gesamte Strecke zurücklegen. Schon wenn man einfach eine Stunde lang spazieren geht, ohne ein bestimmtes Denkmal anzusteuern, entdeckt man eine andere Seite der Stadt.

Gerade in solchen Momenten entdeckt man oft das Café, in dem man schließlich viel länger bleibt als geplant, oder eine Straße, von der man vor der Ankunft noch nie etwas gehört hatte.

Wie viel sollte man für zwei Tage einplanen?

Luzern ist kein Reiseziel, an dem man unbedingt viel Geld ausgeben muss.

Ein Großteil der Altstadt, die Uferpromenaden und mehrere Spazierwege lassen sich kostenlos erkunden. Die Kosten steigen vor allem durch Unterkunft, Restaurants, Bootsfahrten und Ausflüge in die Berge.

Eine Zugreise ermöglicht es zudem, den Aufenthalt nach und nach zu gestalten. Vor Ort angekommen, kann man am zweiten Tag je nach Wetter und verbleibendem Budget entscheiden, ob sich ein Ausflug wirklich lohnt.

Was das Essen angeht, hat man in der Regel eine größere Auswahl, wenn man sich etwas von den belebtesten Straßen rund um den See entfernt. Bei schönem Wetter ist es auch eine einfache Alternative, sich etwas zum Mitnehmen zu kaufen und am Seeufer zu Mittag zu essen.

Es geht nicht darum, jede Ausgabe zu einer buchhalterischen Aufgabe zu machen. An einem Wochenende reichen schon ein paar im Voraus getroffene Entscheidungen aus, um zu verhindern, dass der Aufenthalt viel teurer wird als geplant.

Zwei Tage reichen aus, um mal einen Tapetenwechsel zu erleben

Luzern braucht keine ganze Woche, um zu zeigen, was es zu bieten hat. In 48 Stunden kann man durch die Altstadt spazieren, am See entlanggehen, zu den alten Befestigungsanlagen hinaufsteigen und einen halben Tag für einen Ausflug einplanen.

Es wird zwangsläufig noch einiges zu sehen geben. Das ist kein wirkliches Problem.

Ein schönes Wochenende ist nicht das, bei dem jede Stunde schon drei Wochen im Voraus verplant ist. In Luzern kann man gerade dadurch, dass man sich ein paar Zeitfenster freihält, je nach Wetter und momentaner Lust zwischen dem See, den Bergen oder einfach einer Terrasse wählen.

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